Zum Anfang... institut für konfliktmanagement und mediationPrinzenstr. 7 - 44135 Dortmund - Tel:. 02 31 / 52 85 86

Termine

Wir über uns

Was ist Mediation

Konfliktbeispiele

Ihre Vorteile

Angebote

Termine

Kontakt

Partner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Termine, Texte und Veröffentlichungen zum Thema Mediation:

 

Aktuelle Termine Herbst 2011


Herbst 2011
Ifkomm beteiligt sich an der Ausbildung zum Wirtschaftsmediator bei der IHK zu
Dortmund, beginnend ab Herbst 2011. Anmeldungen können noch entgegen
genommen werden bei Frau Jasmin Wegner 8 (Weiterbildung), Mitarbeiterin der
IHK zu Dortmund, Telefon-Nr. 0231/5417-416


November 2011
Im Herbst - sehr wahrscheinlich im November 2011- ist ein Supervisionstermin für
Mediatoren geplant. Anmeldungen bei Frau Rechtsanwältin und Mediatorin Sabine
Felis-Filbry, Prinzenstr. 7, 44135 Dortmund, oder E-Mail mediation@felis-filbry.de
oder IFKOMM.


20.10., 10.11., 24.11., 8.12.2011
Abschied und Neubeginn, wie anliegend von Frau Barbara Claar, Infoabend für
Menschen nach Trennung und Scheidung.
Trennung ist ein Prozess. Wo stehe ich gerade?
- Überlebnsstrategie in der Zeit der Umbruchs
- Rückschau und Abschied von der alten Beziehung
- Meine Identität: Wer bin ich, was möchte ich leben?
- Neubeginn: Auf zu neuen Ufern, aber wohin? Was stärkt mich auf meinem Weg?

Veranstaltungsort: Lennestr. 5, 53113 Bonn
Termin: 20.10., 10.11., 24.11., 8.12.2011
Anmeldung bei Frau Barbara Claar



+ + +

Mediationstag 2006

 Bericht zum 2. Mediationstag am 18.05.2006

+ + +

Fortbildungsmaßnahme mit alvida

ifkomm wird in Kooperation mit alvida (Bildungszentrum Remscheid) eine
Fortbildungsmaßnahme zur Ausbildung von MediatorInnen durchführen.
Weitere Informationen unter: www.alvida.de

+ + +

Mediationstag 2005

 So war's - Ein kleiner Bericht zum Mediationstag am 14.04.2005

 Rundbrief zum Mediationstag am 14.04.2005

+ + +

Wie intelligente Menschen

Hollywoodstar Nicole Kidman beantragte bei einer Richterin in Sydney die Verlängerung von Auflagen, die gegen zwei Fotografen verhängt worden waren. Die Richterin lehnte ab und forderte alle Beteiligten auf, ihre Differenzen "wie intelligente Menschen" außergerichtlich per Mediation beizulegen.

+ + +

 

Fünf Jahre vor Gericht oder besser Mediation?

 

Wolfgang P. Lange

 

 

 

Innovative Konfliktlösung durch Mediation, so genannte Soft Skills

Wirtschaftsmediation ist in den USA und vielen europäischen Ländern eine bewährte Konfliktlösungsmethode zur außergerichtlichen Streitbeilegung. In Deutschland stehen wir erst am Anfang einer sicherlich dynamischen Entwicklung, die die Unternehmer immer seltener vor Gericht klagen, sondern den eleganteren und effektiveren Weg der Mediation beschreiten lässt.

Am besten kann man den Unterschied zwischen dem traditionellen Gerichtsverfahren und dem Mediationsverfahren als eine Methode zur außergerichtlichen Streitbeilegung anhand eines Beispiels erläutern, das sich so oder in ähnlicher Form im täglichen Wirtschaftsleben abspielen kann.
Zwei Unternehmer vereinbaren die Lieferung eines Computer-Modells "180", Wert 0,5 Mio EUR. Zum vereinbarten Termin kann Unternehmer L wegen Produktionsengpässen nicht liefern. Zum Ausgleich liefert er Unternehmer B ein doppelt so leistungsfähiges Modell "360", Wert 1,5 Mio EUR.
Modell "360" soll alsbald gegen ein "180er" ausgetauscht werden. 4 Monate später ist die "180" verfügbar, inzwischen ist die Computerleistung von B gestiegen. Ein Modell "270" wäre nunmehr die richtige Anlage, die jedoch wäre erst in 6 - 8 Monaten lieferbar. So lange will B den "360" nutzen und den Vertrag von "180" auf "270" umschreiben. Der "360er" ist jedoch einem anderen Unternehmer fest zugesagt. L muss die "360" abholen und will die "180" installieren, die B nur noch eingeschränkt gebrauchen kann. Er fühlt sich überdies schlecht beraten und will ggf. vom Vertrag zurücktreten und für den sich daraus ergebenden Ausfallschaden Schadensersatz verlangen.

So weit dieser Fall. Es liegt auf der Hand, dass eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung für die beteiligten Unternehmer keine Alternative für die Lösung ihrer dringenden Probleme darstellen kann. Im Gerichtsverfahren würden langfristige Verhandlungen und viele Schriftsätze der Anwälte gewechselt, schließlich würde möglicherweise L verurteilt, Modell "180" zu liefern und/oder Schadensersatz zu zahlen und B würde damit zur Abnahme des "180er" gezwungen, den er eigentlich nicht mehr gebrauchen kann. Bis zu einer rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung hätte B möglicherweise kein funktionierendes Computersystem, ob ein eventueller Schadensersatz den Schaden tatsächlich kompensiert und ob L dann überhaupt noch in der Lage wäre, den Schadensersatz zu zahlen, steht in den Sternen.

In einem Mediationsverfahren haben sich L und B unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Interessen einer zügigen und effizienten Lösung zugewandt und sich darauf geeinigt, dass er weiterhin mit dem Modell "180" arbeitet und vorübergehend bis zur Lieferung des "270" einen Teil seiner Rechenarbeiten mit Hilfe von L auslagert.
Damit hat B kurzfristig eine - wenn auch nicht ideale - Lösung für sich gefunden und den Produktionsverlauf sichergestellt und wird in Kürze eine für ihn maßgeschneiderte Anlage erhalten.
L verkauft ein höherwertiges Modell und - was ganz wesentlich ist - er behält einen zufriedenen Kunden, mit dem er zukünftig weiter zusammenarbeitet.
Statt jahrelang zu prozessieren, haben die Kaufleute in der Mediation ihre Probleme selbst in den Griff bekommen. Begleitet von Mediatoren, die für Streitkultur und eine sinnvolle Verhandlungsorganisation sorgten und damit ein für beide Seiten vorteilhaftes Ergebnis mit positiver Auswirkung für die Zukunft erzielten.

Viele Konflikte im Wirtschaftsleben werden - wie oben dargelegt - von einer unternehmerischen Zielsetzung bestimmt, die im Gerichtsverfahren keine Beachtung findet, ja sogar in der mündlichen Verhandlung bei einem entsprechenden Vortrag der Parteien als störend empfunden wird.
Um diesen Missstand abzuschaffen, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ihre Streitigkeiten auf dem Wege der Mediation zu regeln. Teilweise wird sogar die Mediation aufgrund gesetzlicher Vorschriften zwangsweise vom Gericht als sinnvolles Vorverfahren angeordnet.

Was ist Mediation konkret?

Die Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren, bei dem der so genannte Mediator die Verhandlungen der Konfliktparteien (= Medianten) lediglich moderiert und unterstützt. Er ist also weder Richter noch Schiedsrichter.
Gerade die Wirtschaftsmediation geht von dem Gedanken aus, dass die sich streitenden Parteien, meist Kaufleute, die fachliche und auch persönliche Kompetenz haben, ihre Konflikte selbst zu lösen. Das heißt, die Entscheidungsgewalt über den Konflikt bleibt allein bei den Parteien, die eigenverantwortlich und selbstbestimmt versuchen, eine interessengerechte Lösung zu finden, die oft - wie die Praxis zeigt - sogar in eine "Win-Win-Situation" mündet. Dies bedeutet, dass beide Parteien aus der gefundenen Lösung einen Vorteil oder Gewinn ziehen können und eine gemeinsame geschäftliche Zukunft nicht verbaut wird.

Die Rolle des Mediators, der über eine entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügen muss, besteht vor allem darin, die Parteien bei der Definition ihrer Interessen, der Entwicklung von gemeinsamen Problemlösungen und der Bewertung von Lösungsalternativen zu unterstützen und den Verhandlungsprozess zu steuern, d. h. eine Streitkultur zu etablieren.
Die Mediation endet mit einer rechtsverbindlichen schriftlichen Vereinbarung, die von allen Konfliktparteien unterzeichnet wird.

Vorteile der Wirtschaftsmediation im Einzelnen:

Kostenreduzierung
Weltweite Untersuchungen haben ergeben, dass bei einem Mediationsverfahren in 70 bis 90 Prozent der Fälle eine Einigung zustande kommt. Faustregel: je höher der Streitwert, desto größer die Kostenersparnis.


Kostentransparenz
In Mediationsverfahren erfolgt regelmäßig eine Aufteilung der Kosten gleichmäßig zwischen den Parteien; vor Gericht ist das Kostenrisiko nicht eindeutig kalkulierbar.


Zeitersparnis
Eine Mediation dauert im Regelfall nur durchschnittlich 3 - 6 Sitzungen, mit jeweils ca. 3 Stunden; die Sitzungstermine werden von den Konfliktparteien selbst bestimmt und können so schnell aufeinander folgen.


Planungssicherheit
So lange ein Rechtsstreit geführt wird, ist der Ausgang ungewiss. In der Mediation erreichen sie in sehr vielen Fällen alsbald eine verbindliche Lösung.


Schonung von Ressourcen
Lang andauernde Prozesse beschäftigen nicht nur die Anwälte, sondern auch Geschäftsleitungen, Mitarbeiter, oft ganze Abteilungen von Unternehmen, die die Anwälte unterstützen, um einen erfolgreichen Prozessausgang herbeizuführen.


Schonung von Geschäftsbeziehungen
Sie behalten ihre Kunden und Lieferanten; entgegen der mit einem Gerichtsprozess einhergehenden Beendigung einer Geschäftsbeziehung bleibt bei der Mediation die Geschäftsbeziehung bestehen und wird zum Teil sogar gefestigt; dies ist auch Ziel der Mediation.


Wahrung von Vertraulichkeit
Gerichtsverfahren sind öffentlich und in der Presse können die Unternehmer dann die Boshaftigkeiten der Parteien verfolgen. Die Mediation hingegen ist nicht öffentlich; der Konfliktfall und das Ergebnis bleiben vertraulich.
Der spezifische Vorteil der Mediation, durchgeführt von mediationserfahrenen Rechtsanwälten/innen besteht darin, dass durch Berufsrecht die Vertraulichkeit und Unabhängigkeit des Verfahrens gewahrt ist. Dies ist auch eine zentrale Voraussetzung für eine faire und korrekte Abwicklung des Konfliktes.

Fazit:
Natürlich sind nicht alle Konflikte durch Mediation zu lösen. In juristischen Grundsatzfragen, bei gerichtlichen Eilmaßnahmen (einstweilige Verfügung) zur Vermeidung von Vermögensverschiebungen, bei Wettbewerbsverstößen und in vielen Fällen der Machtungleichheit kann die juristische Methode das einzig richtige Mittel sein.

Jedoch ist der überwiegende Teil der Rechtsstreitigkeiten durchaus geeignet für die Mediation, und die Parteien können damit kostengünstig, nicht öffentlich, zügig und eigenverantwortlich eine Lösung selbst herbeiführen.
Mit der Mediation entwickelt sich eine Streitkultur im Wirtschaftsleben, mit der die Beteiligten in die Lage versetzt werden, ihr vorhandenes Konfliktlösungspotenzial kreativ zu nutzen, um für die Zukunft eine für beide Seiten positive Lösung zu finden, wie der eingangs vorgestellte Fall gezeigt hat.

Wolfgang P. Lange, Dortmund

Laden Sie den Text als PDF-Datei >>>




 

 

 

 

Stand 15.09.2011